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Bestattersoftware im Vergleich 2026

Kurz gesagt: Hinter den meisten Bestattersoftware-Anbietern in Deutschland stehen heute Investoren oder Konzerngruppen — von US-Private-Equity bis zu Bestattungskonzernen. Der DBA — Digitaler Bestatter-Assistent — ist die Ausnahme: Er gehört über die Genossenschaft YANA eG den Bestattern selbst. Dieser Vergleich zeigt die Eigentümerstrukturen, mit Quellen.

Wem gehört Ihre Bestattersoftware?

Software begleitet ein Bestattungshaus über Jahre — deshalb lohnt der Blick darauf, wer hinter dem Anbieter steht und welche Interessen dort den Kurs bestimmen. Alle Angaben stammen aus öffentlich verfügbaren Quellen (Stand: 15. September 2026).

SoftwareUnternehmenEigentümer / Kapital (Stand 09/2026)
DBA — Digitaler Bestatter-AssistentYANA eGGenossenschaft — gehört den Bestattern, die sie nutzen
PowerOrdo / Rapid NextRapid Data GmbHPSG Equity (US-Private-Equity), seit 2021
Pacemo FlowPacemo GmbHMemcare-Gruppe (Norwegen), seit 2023
CleverOneClever One GmbHMinderheitsbeteiligung der Ahorn Gruppe (deutscher Bestattungskonzern), seit Okt. 2025
BestatterPortal / LUMOKollenhof GmbHSereni-Gruppe (belgischer Bestattungskonzern)
SDS BestatterSDS Software GmbHInvestorenbeteiligung öffentlich nicht dokumentiert

Angaben basieren auf öffentlich verfügbaren Anbieterinformationen, Pressemitteilungen und Handelsregisterdaten; zuletzt geprüft am 15. September 2026. Quellen am Seitenende. Hinweise auf Unrichtigkeiten korrigieren wir umgehend.

Warum die Eigentümerfrage zählt

Private-Equity-Investoren kaufen Software-Anbieter, um sie nach einigen Jahren mit Gewinn weiterzuverkaufen. Das ist legitim — bedeutet aber, dass Preisgestaltung und Produktentscheidungen an Renditezielen ausgerichtet werden, nicht zwingend am Bedarf der Bestattungshäuser.

Eine zweite Entwicklung verdient Aufmerksamkeit: Bei zwei Anbietern ist der (Mit-)Eigentümer selbst ein Bestattungskonzern. Die Ahorn Gruppe ist an CleverOne beteiligt; hinter dem BestatterPortal steht die Sereni-Gruppe, die eigene Bestattungshäuser in Deutschland betreibt. Wer dort Kunde ist, vertraut seine Falldaten einem Unternehmen an, dessen Eigentümer im selben Markt aktiv ist. Ob das ein Problem ist, muss jedes Haus selbst bewerten — wissen sollte man es vor der Entscheidung.

Der DBA ist bewusst anders aufgestellt: Die Genossenschaft YANA eG gehört den Bestattern, die die Software nutzen. Es gibt keinen Investor, der einen Exit braucht — die Mitglieder entscheiden mit, was gebaut wird, und das Preismodell bleibt einfach: ca. 1 € pro Sterbefall des Jahresvolumens pro Monat, alle Module und beliebig viele Nutzer inklusive, monatlich kündbar.

Die Anbieter im Kurzprofil

DBA — Digitaler Bestatter-Assistent

YANA eG · Genossenschaft — gehört den Bestattern, die sie nutzen

Cloudbasierte Bestattersoftware mit acht Modulen in einem System: Sterbefallverwaltung, Abmeldungen, Abrechnung mit DATEV-Export, Lager, Trauerdruck-Editor, Kundenportal, Gedenkportal und Beratermappe. Ca. 1 € pro Sterbefall des Jahresvolumens pro Monat, alle Module und beliebig viele Nutzer inklusive, monatlich kündbar. Die Mitglieder der Genossenschaft entscheiden mit, was gebaut wird.

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PowerOrdo / Rapid Next

Rapid Data GmbH · PSG Equity (US-Private-Equity), seit 2021

Langjähriger Marktführer aus Lübeck. Seit Oktober 2021 Portfoliounternehmen des US-amerikanischen Private-Equity-Investors PSG Equity; die Columba-Dienste laufen heute ebenfalls unter der Rapid Data GmbH, und die norwegische Adstate-Gruppe gehört inzwischen zu Rapid Data Nordics. Mit „Rapid Next" wird eine Cloud-Nachfolgelösung beworben (verfügbar ab Sommer 2026).

Pacemo Flow

Pacemo GmbH · Memcare-Gruppe (Norwegen), seit 2023

2016 in Hamburg gegründet, seit 2023 Teil der norwegischen Memcare-Gruppe (Oslo). Nach eigenen Angaben halten die Investmentgesellschaften Louie Investor, Valset Invest, Karbon Invest, TechX und Lamaco zusammen rund 92 % der Gruppe. Listenpreis laut Website: ab 175 €/Monat bei jährlicher Abrechnung.

CleverOne

Clever One GmbH · Minderheitsbeteiligung der Ahorn Gruppe (deutscher Bestattungskonzern), seit Okt. 2025

Cloud-Bestattersoftware aus Deutschland. Seit Oktober 2025 hält die Ahorn Gruppe — eines der größten deutschen Bestattungsunternehmen — nach eigenen Angaben eine Minderheitsbeteiligung an der Clever One GmbH, verbunden mit einer strategischen Partnerschaft.

BestatterPortal / LUMO

Kollenhof GmbH · Sereni-Gruppe (belgischer Bestattungskonzern)

Laut Handelsregister ist die Sereni Digital B.V. Gesellschafterin der Kollenhof GmbH; Sereni ist ein aus Belgien stammender europäischer Bestattungskonzern mit rund 450 Bestattungshäusern in Belgien, Deutschland und Polen. Der Firmensitz wurde 2026 an die Adresse der Sereni Bestattungen GmbH in Düsseldorf verlegt.

SDS Bestatter

SDS Software GmbH · Investorenbeteiligung öffentlich nicht dokumentiert

Etablierter Anbieter aus Essen, gegründet 2004 — seit über 20 Jahren am Markt mit SDS Bestatter, SDS ToGo und SDS Trauerdruck. Eine Investorenbeteiligung ist öffentlich nicht dokumentiert.

Daneben existieren weitere Anbieter wie memilius (Cloud-Neugründung, Launch 2026) und Alamida (kostenlose Branchenlösung) — bei beiden ist nach öffentlich verfügbaren Informationen keine Investorenbeteiligung dokumentiert.

Worauf sollte man beim Vergleich achten?

  • Eigentümerstruktur: Wem gehört der Anbieter — und wer bestimmt damit über Preise und Roadmap?
  • Preismodell: Was kostet es wirklich? Gibt es Kosten pro Nutzer, pro Modul, für Updates oder Support?
  • Vertragslaufzeit: Monatlich kündbar oder mehrjährige Bindung?
  • Datenmigration: Wer überträgt die Daten aus der Altsoftware — und was kostet das?
  • Ein System oder Insellösungen: Arbeiten Sterbefall, Trauerdruck, Portal und Abrechnung mit denselben Daten?
  • Datenschutz: Serverstandort Deutschland? Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO? Drittlandübermittlung?
  • Mitbestimmung: Wie fließen Feature-Wünsche der Anwender in die Entwicklung ein?

Häufige Fragen zum Vergleich

Warum ist wichtig, wem eine Bestattersoftware gehört?
Die Eigentümerstruktur bestimmt die langfristige Ausrichtung: Investoren erwarten Rendite und in der Regel einen Exit — das prägt Preisgestaltung und Produktentscheidungen. Bei einer Genossenschaft wie der YANA eG sind die Nutzer zugleich die Eigentümer; Entscheidungen orientieren sich am Bedarf der Mitgliedsbetriebe.
Welche Bestattersoftware gehört keinem Investor?
Der DBA — Digitaler Bestatter-Assistent — wird von der Genossenschaft YANA eG getragen, die den Bestattern selbst gehört. Nach öffentlich verfügbaren Informationen gehört Rapid Data (PowerOrdo, Rapid Next) zum US-Investor PSG Equity, Pacemo zur norwegischen Memcare-Gruppe und die Kollenhof GmbH (BestatterPortal) zur belgischen Sereni-Gruppe; an CleverOne hält die Ahorn Gruppe eine Minderheitsbeteiligung (Stand: September 2026).
Kann der Softwareanbieter ein Wettbewerber meines Bestattungshauses sein?
Bei zwei Anbietern ist der (Mit-)Eigentümer selbst ein Bestattungskonzern: Die Ahorn Gruppe ist an CleverOne beteiligt, die Sereni-Gruppe — mit eigenen Bestattungshäusern auch in Deutschland — steht hinter dem BestatterPortal. Ob das ein Problem ist, muss jedes Haus selbst bewerten; wissen sollte man es vor der Entscheidung.
Worauf sollte man beim Vergleich von Bestattersoftware achten?
Auf die Eigentümerstruktur, das Preismodell (inklusive Kosten pro Nutzer und Modul), Vertragslaufzeiten, Datenmigration, Serverstandort und DSGVO, und darauf, ob die Module in einem System zusammenarbeiten. Fragen Sie außerdem, wie Feature-Wünsche priorisiert werden.
Was unterscheidet den DBA von PowerOrdo, Pacemo oder CleverOne?
Der wichtigste Unterschied ist die Trägerschaft: Der DBA gehört über die YANA eG den Bestattern selbst. Dazu kommen ein einfaches Preismodell (ca. 1 € pro Sterbefall des Jahresvolumens pro Monat, alle Module und beliebig viele Nutzer inklusive — keine Kosten pro Nutzer —, monatlich kündbar) und acht Module in einem System, vom Sterbefall bis zum Trauerdruck-Editor.

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